Sehen heisst beGreifen

August 20th, 2008

… sagt Kermit.

Ich wusste schon immer, dass ich mit meinem Visualisierungswahn auf den Spuren großer Geister wandere. Aber das hier schlägt alles. Kermit ist mein geistiger Verwandter - der Tag ist gerettet.

So als bemerkenswerter Nachtrag: das wurde ca. 1966 gemacht! Und es gibt noch einiges mehr auf YouTube dazu zu finden!

Ich denke heute mal körperlich

February 14th, 2007

Meint man Denken, meint man meist Sprache. Sätze, Argumente, Gegenargumente, Fragen, Antworten, mehr oder minder wohl formulierte Wörter die einen durch den Kopf gehen.

Doch ist die Wörter-Sprache nicht nur ein Teil unserer Ausdrucksmöglichkeit?

Ich biete heute einige weitere Alternativen, neben der Sprache der Wörter, an. Die Entwicklung, oder auch das Beschäftigen mit einer anderen Art von Denksprache schadet mit Sicherheit der Kreativität in keinster Weise.

Jeder von uns bedient sich vorzugsweise des einen oder anderen Sprachbereichs.

Unser Alltag, unsere automatischen Tagtrancen durch Routinen, unsere Tagträume, unsere Überlegungen, unsere Handlungen werden in jedem Moment in einem komplexen Gewirr von Empfindungen, Sinnesreizen, halbfertigen Überlegungen, Vor-Ur-Teilen, Glaubenssätzen, inneren Dialogen und zementierten Werten in (scheinbar logische) Überlegungen verwandelt.

Das Wissen um die eigene Beschaffenheit ist für die gezielte Pflege der Kreativität ein muß. Das Erweitern des eigenen Repertoires an Möglichkeiten ist die Grundvoraussetzung für mehr Kreativität im Leben. Und kann unendlich viel Spaß ins Leben bringen.

So stellt jede der folgenden inneren Denk-Sprachen eine eigene Art des Denkens, der damit verbundenen Erkenntnisse und des Wissens dar. Jeder kennt jede. Mehr oder weniger. Ihre Wurzeln liegen in unseren Sinnen. Im Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen.

Bilder-Sprache

Mit Bilder-Sprache zu denken bedeutet das sprichwörtliche Kino im Kopf zu haben. Die Überlegung stellt sich visuell dar, ist mit Umriss oder mit Details zu sehen. Steht still oder bewegt sich. Ist monochrom oder auch in Farbe. Es stellt sich als Bild, Film, Diagramm, Zeichnung dar. Diese geistigen Bilder sind oft Abbilder sinnlich wahrnehmbarer Objekte der “echten” Welt.

Eine einfache Übung ist es sich bewußt einen Gegenstand seiner Wahl bei geschlossenen Augen vorzustellen. Ihn ohne Zeitdruck vor seinem Geist entstehen zu lassen und ihn dann zu manipulieren. Einen Krug kann man so füllen, in seiner Farbe ändern oder ihn auch verformen.

Mit etwas Übung bekommt man sehr schnell Routine mit dieser Art Denk-Sprache.

Versuchen Sie doch auch abstraktes zu sehen. Etwa ihre Einstellung zum Lernen, das Gefühl von Wochenende oder ihre Beziehung zu Ihrer Automarke. Und wieso dann nicht auch Probleme für die Sie Lösungen suchen?

Wörter-Sprache

Tja, wie schon eingangs erwähnt ist dies die wohl meist vertraute Denk-Sprache. Wir reden innerlich mit uns selbst, halten Gedanken mit Wörtern fest, nehmen Gedanken anderer mit Wörtern auf, tauschen Gedanken mit Wörtern aus. Wir benutzen Wörter um unsere Vergangenheit zu leben, unsere Zukunft zu gestalten. Wir machen unsere Emotionen bewußt indem wir ihnen Wörter geben. Wir drücken unsere Ergebnisse und Urteile über Ideen mit Wörtern aus.

Und das passiert, Hand aufs Herz, völlig unbewußt.

Sich der Wörter-Sprache bewußter zu werden, bedeutet sich seiner wahrscheinlichen Hauptsprache, und damit Gedanken-Generier-Maschine ziemlich zu nähern.

Es ist leicht und macht Spaß.

Zerlegen Sie Wörter und schauen Sie (nur eine Metapher!) zu was passiert. Zerlegen Sie Wörter und sprechen Sie sie in Gedanken noch einmal, diesmal in umgekehrter Reihenfolge. So wird morgenbauer zu morgen-bauer, bauer-morgen. Na, neues Wort, neue Bedeutung. Oder eine neue Sichtweise auf die Nutzung? Verwenden Sie möglichst alle Wörter, seien Sie neu-gierig (gierig-neu) auf was Ihnen in der Sprache so unter-kommen (kommen-unter) wird.

Mit etwas Übung bringt Ihnen die Fähigkeit Wörter und Sprache feiner wahrzunehmen eines: Die Fähigkeit Fragen zu hinter-fragen. Und die richtige Frage ist oft schon der halbe Weg zur Lösung.

Bewegungs-Sprache

Es gibt eine wunderbare, tief-tief und breit verwurzelte Irrmeinung in unserem Denken: Wir denken mit unserem Gehirn.

Hah! Blödsinn.

Unser Denken ist mit ständigen Emotionen überlagert. Emotionen lösen unterschiedlichste Körperreaktionen aus. So werden unsere Wangen rot, unser Atem tiefer, schneller oder setzt aus, unsere Pupillen werden weiter und vieles mehr. Nochmal: oft sind die Auslöser Gedanken.

Umgekehrt ist es ebenso. Entspannen wir körperlich, entspannen wir unseren Geist. Sitzen wir aufrecht und atmen regelmässig und tief sind wir geistig aufmerksam und aktiv. Schulter nach vorne, Kopf eingezogen und wir gehen auch geistig in den Passivmodus.

Und man muss kein Sportler sein um ein nächstes Gespräch bei einem Spaziergang zu führen. Ja, das Stiegenhaus, liebe Städter, gilt auch.

Musik-Sprache

Musik ist die wohl emotionalste Form unsere Gedanken auszudrücken. In allen Kulturen, in jedem Alter, in jeder Epoche: Musik. Als Ausdruck der Freude, zur Verehrung von Heldentaten, zur Unterstützung irgendeines Machtapparates, zur spirituellen Hervorhebung eines Weltbilds, zur sozialen Bindung, zum Ausdruck eines Gefühlszustands oder einer Erkenntnis.

Musik wirkt über Wörter-Sprache hinaus, ist zeitloser als Bilder-Sprache und verbreiterbarer als Bewegungs-Sprache. Musik ist oft als universale Sprache bezeichnet.

Und das biete ich als Übung an: hören Sie bewußt Musik. Genießen Sie neue Musik die Sie legal und kostenlos aus dem Internet laden können. Eine umfangreiche Übersicht finden Sie etwa auf dieser Linkliste kostenloser & legaler MP3s.

Beobachten Sie wie verschiedene Stile Ihre Stimmung und Ihren geistigen Output beeinflussen.

Wenn Sie Lust haben, führen Sie doch für sich Kreativmusik ein die Sie spielen wenn Sie Kreativzeit haben. Führen Sie eine Projektmusik ein, die das Projektteam gemeinsam wählt und vielleicht untermalen Sie Ihre nächste Grübelei ja auch mit der einen oder anderen Melodie.

Musik ist ein direkter Weg zu Ihren Emotionen. Richtig gewählt macht Sie mit etwas Erfahrung über die eigenen Vorlieben die Arbeitszeit produktiver und die Autofahrt kurzweiliger.

 

Ehre wem Ehre gebührt: Initialzünder dieses Artikels war im wieder einmal querlesen im schon lange im Regal liegenden Buch “Kreativitätsküche” von Tom Wujec.

ver-Sinn-Bild-lichen

January 30th, 2007

Mit klaren Bildern lassen sich Zusammenhänge, Abhängigkeiten, Wünsche oder Ideen klarer vermitteln als mit so mancher 200 Seiten Word-Orgie. Und mir als kinesthätischen Stiftjunkie kommen Argumente und kreative Leistungen ohnehin leichter “zur Hand” wenn ich malen darf.

Das Uni-übergreifende Projekt visual-literacy, mit starker Schweizer Beteiligung, zeigt mit seinem Webprojekt A Periodic Table of Visualization Methods dabei eine wunderbare Stilsammlung möglicher Visualisierungsarten anhand einer Periodentabelle.

visuelle periodische tabelle

Jedes Element steht für eine Visualisierungsart, und stellen Sie den Mauspfeil über ein Element wird sofort ein Beispiel sichtbar.

visuelle periodische tabelle beispiel

Viel Vergnügen beim Input holen!