Grüne Urwaldzeit

Herbst ist.

Und damit die liebste Zeit des Jahres im Wald für mich. Ja, der Frühling ist beeindruckend, wenn alles erwacht, frische Grün und Gelb die Natur nach dem Grau des ausgehenden Winter in die Augen springt, alles nach Aufbruch und Leben riecht. Der Herbst jedoch zeigt uns was alles geschah in diesem Jahr.

Moose sind vollgesoffen, die Bäume lassen ihre sich langsam für den Winterschlaf vorbereiteten und die sich dabei verfärbenden Blätter werfen über ganze Hänge ein buntes Bild aus Orange, Rot, Gelb und weichen Grün.

Am Boden stehen noch Halm an Halm, Farne breiten sich in breiten Feldern aus, Springknöteriche stehen mannshoch und warten nur auf eine leichte Berührung um ihre Samen mit einem leisen Knall zu versprühen.

Danach kommt der Nebel. Nach kalten Nächten.
Und. Der Winter.

The Red Hand Files by Nick Cave

  1. Social Media weiter und weiter abdrehen, das meiste ist nur viel, viel Erregung & wenig Erhellung fürs eigene Leben
  2. Sich bewusst für Stimmen entscheiden die dich erreichen dürfen
  3. Nick Caves Newsletter “The Red Hand Files” abonnieren.
The Red Hand Files by Nick Cave

Subscribe: The Red Hand Files

Onlinearchiv: Zettelkasten von Niklas Luhmann

Niklas Luhmanns Zettelkasten als aufbereitetes Online Archiv, mit einer wachsenden Anzahl an Transkriptionen der einzelnen Zettel und Querverweisen zwischen den einzelnen Beiträgen.

Mehr: Niklas Luhmann – Zettelkasten

mamihlapinatapei

mamihlapinatapei

Wenn zwei sich treffen, sich anschauen und keiner der sein will, oder kann, der zu sprechen beginnt. Beide verharren in sich, keiner geht auf den anderen zu.

Wenn zwei sich treffen, sich anschauen und keiner der sein will, oder kann, der zu sprechen beginnt. Beide verharren in sich, keiner geht auf den anderen zu.

Mamihlapinatapei ist aus der Sprache der Yaghan, einem Wassernomadenvolk in Feuerland. 2017 beherrschte die Sprache noch eine einzige, über 80jährige, Frau.

Was für ein wundervolles Wort.

Bisschen mehr gibts im Wikipedia Artikel dazu.

Paddy Fingal

Paddy Fingal war von Riesenart: 
Sechs Ellen flog sein schwarzer Bart, 
seine Fäuste waren wie Tonnen groß, 
einen Mastbaum führt’ er als Wurfgeschoß, 
so ein Kerl war Paddy Fingal!

Nun wuchs ein Hüne im Schottenland, 
der hörte von Fingals starker Hand; 
da wollt er erproben alsogleich, 
wer fester sei auf Stoß’ und Streich, 
er oder Paddy Fingal.

Und als er stapfte durch den Sund, 
Paddy Fingal just am Ufer stund 
und maß von ferne klipp und klar, 
daß der Fremdling zehn Schuh größer war, 
noch größer als Paddy Fingal.

Da lief er heim in jähem Schreck: 
“O Schaya, birg mich im Versteck! 
Von Schottland kommt ein Kerl daher, 
wie ein Berg so groß – ich fürchte sehr, 
der sucht den Paddy Fingal.”

Ins Bette Paddy Fingal kroch, 
Frau Schaya türmte die Kissen hoch; 
wie aus dem Hedesack die Maus, 
so guckte die Nase nur heraus, 
die Nase von Paddy Fingal.

Indem so schob der Schotte herein, 
an den Balken rührte sein Scheitelbein, 
und er schnob und wischte sich den Schweiß 
und rollte die Augen wild im Kreis: 
“Wo steckt der Paddy Fingal?”

“Tut leise, Fremder, und tretet sacht, 
daß Paddys Kindlein nicht erwacht! 
Denn wenn er schrie und Fingal käm, 
für euch kein gutes End es nähm: 
Nicht spaßen tut Paddy Fingal.”

Doch wie sie warnte mit Wort und Wink, 
der Schotte neugierig ans Lager ging: 
O heiliger Patrick, wie ward ihm da, 
als er die Nase ragen sah, 
die Nase von Paddy Fingal!

“Beim Pfeifer, der vor Moses blies: 
welch heidenhafter Nasenspieß! 
Ist das ein Baby, wie Ihr sagt, 
ein Narr, wer’s mit ihm selber wagt! 
Nicht wart ich auf Paddy Fingal.”

Und er trollte davon mit scheuem Blick 
und stolperte durch den Sund zurück; 
fast wär ertrunken der gute Held, 
dieweil in der Eil er die Furt verfehlt, 
so lief er vor Paddy Fingal.

Der aber erhob ein Siegesgeschrei. 
Da kamen die Nachbarn rings herbei; 
die staunten den großen Fingal an, 
der den langen Schotten gejagt von dann, 
den tapfern Paddy Fingal.

Wilhelm Brandes